Pfandtopf – ein weiterer Beitrag zum Umweltschutz

Unser Kulturtopf

Seit Januar 2019 berechnen wir 0,06 € Pfand für unsere Kulturtöpfe. Wir wollen damit die Rücklaufquote der Töpfe deutlich anheben. Uns freut wirklich, dass fast alle Kunde diese Neuerung gut, sinnvoll und toll finden.

Im Herbst 2018 haben wir ja unsere neue Topfmaschine mit Francesca in Betrieb genommen. Bei der Anschaffung wurde extra mehr Geld ausgegeben, damit die Topfmaschine auch gebrauchte Töpfe verarbeiten kann (das ist tatsächlich nicht so einfach, wie es klingt).

Um es nochmal klar zu sagen: Die Töpfe werden nicht, wie z.B. Plastikflaschen, geschreddert und neu gegossen, sondern als gebrauchte Töpfe ohne Nachbearbeitung wieder verwendet. Das macht unseren Plastiktopf zur naturfreundlichsten, energiesparsamsten Anzuchtversion.

Sie können uns helfen:

Bitte die Töpfe nicht fest zusammenpressen. Das hält manchmal, durch den Erdanteil, so fest, dass man die Töpfe nicht einmal per Hand auseinander bekommt.

Bitte die Töpfe nicht waschen oder im nassen Zustand zusammenstecken. Auch diese Version funktioniert wie Kleber.

 

 

16 Kommentare zu “Pfandtopf – ein weiterer Beitrag zum Umweltschutz

  1. Lieber Blumen Schwarz,
    ich danke Ihnen, dass Sie sich dem Problem angenommen haben. Für mein Buch "Wie Sie Ihren Garten für das Klima wandeln" hatte ich recherchiert und festgestellt, dass pro Jahr in Deutschland ca. 1 Milliarden Plastiktöpfe genutzt werden, die dann leider alle auf dem Müll landen. Ja, 1 000 000 000! Das soll die angeblich "Grüne Branche" sein? Schön, dass Sie das besser machen. Es ist auch allerhöchste Zeit, dass die Politik so eine Wegwerfgesellschaft verbietet. Warum führt man nicht in ganz Deutschland so ein Pfandsystem ein? Wenn alle Gärtnereien sich daran beteiligen würden, würden wir jede Menge CO2 einsparen. Da muss endlich was passieren!

    1. Hallo Frau Timm,
      danke für Ihren Kommentar.
      Allerdings ist es so, dass was bei uns als Insellösung funktioniert, nicht überall klappen kann. Wir arbeiten nur regional und unsere Kunden sind großteils Stammkunden. Zudem verkaufen wir 99% an Endkunden. Nur mit diesen Voraussetzungen geht das.
      Wir haben eine jährliche CO2 Einsparung von ~1,3t CO2. Wenn man die Pfandtöpfe irgendwo an ein Sammellager zurückbringen würde, wäre der CO2 Effekt (außer die klimaneutralen LKW nehmen Gestalt an) sehr schnell verpufft.
      Im europaweiten Großhandel tut sich inzwischen sehr viel. Das sind einfache Dinge, wie dass die Pflanztöpfe nicht mehr schwarz sind (schwarze Töpfe können beim Recycling von den Sortiermaschinen nicht erkannt werden). Alle namhaften Hersteller haben inzwischen Töpfe aus Recyclingkunststoff im Programm oder bieten diese sogar ausschließlich an.
      Das löst natürlich nicht das Müllproblem, aber die Richtung stimmt schon ….
      Das Müllproblem lösen Töpfe aus Naturmaterialien. Hier gibt es ja auch inzwischen viele Produkte. Aber ich denke, dass dies in den meisten Fällen nicht oder auch nur in Sonderfällen klappen wird. Naturtöpfe (Pappe, Chinaschilf, Holzspäne etc.) haben deutlich höhere Transportkosten, 10-15fache Energiekosten in der Herstellung und sind im Betrieb deutlich schwerer maschinell zu handhaben (Topfmaschine, Transplanter etc.). Naturtöpfe brauchen oft in der Kultur irre hohe Stickstoffgaben (weil der Stickstoff beim Zersetzen des Topfes gebunden wird). Zudem kommt der meist 10fache Preise. Wenn wir im Jahr statt 5000€ Topfkosten eine Preissteigerung auf 50 000€ haben, dann wäre das nicht mehr lustig.
      Daher denke ich, dass die Zukunft bunter mit Einzellösungen sein wird. Vielleicht kommen ja auch (im Freiland denkbar, für Zimmerpflanzen ein Unding) mehr topflose Lösungen auf den Markt (Kultur in stabilen Multiplatten und verkauf ohne Töpfe …).
      Ich sehe hier jedensfall leider noch keine klare und einfache Lösung. Das wird eher ein langer Weg mit viel nötigem Umdenken…
      Das ist ein wenig wie mit unserem Steckschaumproblem, an dem wir noch kämpfen:
      https://www.blumen-schwarz.de/aktuell/grabpflege-2021-unser-jahresrueckblick-und-vorschau-2022/2021/11/
      So – jetzt aber genug geschrieben …
      🙂

  2. Sehr geehrter Herr Schwarz,
    ich schreibe gerade einen Tagungsbericht fuer die G K L – Gesellschaft fuer Kunststoffe in der Landwirtschaft und bitte Sie um Zustimmung und Abdruckgenehmigung eines Fotos Ihres Pfand-Blumentopfes in einer Gartenbauzeitschrift.
    – koennte ich ein Photo Ihrer Wahl in digitaler Form bekommen?
    Mit besten Gruessen eilt n i c h t.
    Michael Blanke
    Vielleicht haetten Sie auch Interesse an dieser Gesellschaft oder stellen mal auf einerJahrestagung Ihren zukunftsweisenden Pfandansatz vor?

  3. Werden die Töpfe vor der Wiederverwendung ausgewaschen oder desinfiziert? Was ist, wenn sich in einem Pflanztopf noch Spuren von Schadpilzen, Viren oder -Bakterien, die die vorherige Pflanze unter Umständen befallen hatten, befinden? Nicht alle Pflanzen werden immer sofort in größere Gefäße umgetopft. Wenn die Pflanzen samt Erdballen über die Monate im Topf von Krankheitserregern befallen werden, dann merkt man dies den leeren zurückgegebenenTöpfen ja nicht an. Wie sieht es da mit der Ansteckungsgefahr für die neu getopften Pflanzen aus?

    1. Die Töpfe werden nicht desinfiziert. Wir machen das ja schon seit Jahrzehnten. Wir haben jährlich ungefähr 800 verschiedene Arten und Sorten in Kultur. Daher ist es in vielen Dingen sehr unwahrscheinlich, dass die Töpfe zweimal mit den gleichen Pflanzen belegt werden. Zusätzlich arbeiten wir von Haus aus mit Microorganismen in der Erde und im Dünger. Daher hatten wir bis heute keine weitverbreiteten Virosen und Bakterienbefall. Wir haben ja ein geschlossenes Bewässerungssystem und sehen hier die deutlich größeren Schwierigkeiten in der Verbreitung von Erregern. Das macht sich bei uns mit Pythium und Phytophthora bemerkbar. Die Kulturtische werden bei uns alle 5 – 7 Jahre desinfiziert ….
      Wenn wir die Töpfe auswaschen würden, hätten wir ein enormes Problem mit dem Trocknen. Nass zusammengesteckte Plastiktöpfe halten wie verklebt und bleiben dann im Topfmagazin der Topfmaschine hängen.
      Wie gesagt: Die Wiederverwendung der Töpfe machen wir ja schon seit vielen, vielen Jahren, einzig der Pfand ist 2019 neu eingeführt (vorher waren die meisten alten Töpfe von Pflanzen, die wir selbst für Schalen, Gräber oder Beete verwendet hatten).

    1. Hallo Herr El,
      Ihre Aussage stimmt leider nicht. Verrottbare Töpfe brauchen in der einfachen Herstellung schon ein mehrfaches an Energie. Dazu kommt, dass die meisten Materialien (wie Papier) in der Verrottung sehr stark Stickstoff aus dem Boden ziehen, so dass eine erhöhte Düngung nötig ist (einige Hersteller behandeln Ihre Töpfe schon mit Stickstoff).
      Verrottbare (leere) Töpfe benötigen ungefähr das 3 fache Transportvolumen, wie Plastiktöpfe.
      Und was für uns natürlich auch wichtig ist: Verrottbare Töpfe lassen sich sehr schlecht automatisiert verarbeiten (Topfmaschine). Hier laufen Töpfe aus Chinaschilf noch am besten.
      Und natürlich der Preis: Höhere Energiekosten, Stickstoff im Material und höhere Transportkosten lassen die Preise leicht auf das dreifache eines Plastiktopfes ansteigen.

      Auch wenn es nicht ganz populär erscheint: Ein Plastiktopf, der zwei- oder dreimal verwendet wird, schlägt in allen Bereichen verrottbare Töpfe (unsere Rechnung geht sogar auf, wenn wir im Schnitt aller Töpfe, diese nur 1,5 mal verwenden). Wir haben uns wirklich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, aber so wie es bei uns läuft (regionaler Absatz, keine Leerguttransporte über größere Strecken) gibt es tatsächliche keine bessere Alternative. Die oberflächlich sichtbaren CO2 Vorteile (durch das Material) werden von den anderen Faktoren sehr schnell „aufgefressen“.

    2. Blumen Schwarz wieviele von den tatsächlich zurückgenommenen Töpfen sind denn wirklich noch einmal verwendbar? Geknickte Töpfe und beim pflanzen den Boden herausgerissen kenne ich ja zur genüge. Ich kann mir kaum vorstellen, das die nochmal gehen…

    3. 2018 hatten wir gute 30% verwendbare Rückläufer. Dieses Jahr stoßen die Pfandtöpfe auf wirklich breite, positive Kundenresonanz. Wir hoffen, dass wir damit auf 70% kommen. Kaputte Töpfe, die gar nicht mehr verwendet werden können, sind ~ 5%.

    4. Blumen Schwarz um noch einmal auf Ihre erste Antwort zurückzukommen: sicherlich verbrauchen verrottbare Töpfe mehr an Energie bei der Herstellung. Daraus resultiert ja in gewisser Weise unser "Plastikproblem" – gerade weil diese Teile wesentlich kostengünstiger (auch Energiekostengünstiger) hergestellt werden können. Eine Papiertüte herzustellen ist auch energieintensiver als eine Plastiktüte. Dafür kommt sie in einem Kreislauf….dem erhöhten Stickstoffbedarf bei der Verrottung kann Recht wirksam entgegentreten, indem die Töpfe auf dem Kompost verrotten und nicht mit eingepflanzt werden. Das Transportproblem ist hier nicht relevant, da sehr viele LKWs nur teilausgelastet bzw. Manchmal sogar ganz leer zurück fahren. Dies sollte durch die Logistik gut zu lösen sein. Das Problem mit der Topfmaschine ist allerdings ein wirkliches Problem. Wenn wir wirklich das "Plastikproblem" in den Griff bekommen wollen, führt kein Weg an höheren Preisen vorbei. Das muss uns natürlich vorab bewusst sein. Ich habe ja auch nur gesagt, noch besser wären verrottbare Töpfe. Das es manchmal erstmal nicht geht ist schon klar. Ich habe allerdings erstmal eine vielleicht schlechtere CO2 Bilanz – kann aber auf das Plastik verzichten. Wenn es funktioniert. LG und ein schönes Wochenende!

    5. Peter El genau! hätte man gleich auf Plastik verzichtet, hätte mehr für die Umwelt etwas getan. Waren die Töpfe vorher kostenlos. Sprich in der Preis Kalkulation vorher nicht berücksichtigt worden. Jetzt verlangt man auch noch 0,06€ Pfand dazu. Sollen wir bis Blumen Schwarz um den Pfand zurück zu erhalten hin laufen damit wir bei der Schadstoffemissionen neutral zu bleiben. Konzept gut gemeint aber nicht zu Ende gedacht.

    6. Also generell: Wir verdienen ja an dem Pfand nichts. Das Gegenteil ist der Fall: Der Pfandtopf macht uns mehr Arbeit. Das Argument mit dem Zurückbringen und dem damit verbundenen Schadstoffausstoß trifft auf ein paar wenige Kunden zu. Da wir überwiegend Stammkundschaft bedienen. die mehr als einmal im Jahr bei uns einkauft, sehe ich das nicht als gravierend. Wir sind nicht so "naturschutz-religiös", dass wir sagen Plastik ist schlecht, Papier ist gut. Dieses Denken empfinde ich als zu einfach. Wenn ich mit Plastik etwas herstellen kann, was relativ wenig Energie braucht und noch dazu zum mehrmaligen Verwenden taugt, warum soll ich dann Papier nehmen, dass in jedem Fall nach einmaliger Verwendung kompostiert werden muss? Es ist für uns sehr interessant, wie hier diskutiert wird. Im Tagesgeschäft, in unseren Gärtnereien, sehen die meisten Kunden das sehr positiv und nehmen den Pfand als das was er gedacht ist wahr: Als Erinnerung die Töpfe nicht wegzuwerfen, sondern zurück zu bringen. Ich kann sowohl Ihre, als auch die Argumentation von Herrn El einfach nicht nachvollziehen: Bei verrottbaren Töpfen benötige ich IN DER PRODUKTION mehr Stickstoff. Das ist dann völlig egal, ob der Topf mit eingepflanzt wird oder ob er kompostiert wird. Man kann das sehr schön daran sehen, dass bei vielen Kollegen, die Tests mit verrottbaren Töpfen fahren die Blattmasse der Pflanze eher hellgrün ist. Zudem zeigen einfach die letzten Jahrzehnte, dass mit größerem Transportvolumen auch der LKW Verkehr zunimmt. Der Traum, dass die LKW Fahrten einfach effektiver werden (und keine Leerfahrten mehr entstehen), ist ein Traum und hat sich bis jetzt nicht bewahrheitet.

    7. Ich finde ihr Konzept einfach klasse. Aber ich bin ja auch ein Dieselfahrer der nix von e-Autos hält, solange Kinder unter schlimmsten Bedingungen schuften müssen um an die Rohstoffe zu kommen damit überhaupt eine Batterie hergestellt werden kann! Die meisten, die Konzepte ähnlich ihrem bemängeln, tragen meist nichts zum Schutz der Umwelt bei. Lassen sie sich dadurch nicht abhalten ihre Linie weiter zu fahren.

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