Wasserwilli – unser neuer Kollege am Friedhof

Unser Wasserwilli

2018 sind wir in Kontakt mit der Firma Innok Robotics getreten. Gemeinsam wurde unser Projekt „Gießroboter für Gräber“ gestartet. Gut ein Jahr später steht bei uns in der Gärtnerei schon unser Wasserwilli (also offizielle heißt der Roboter Rainos, aber WW für Wasserwilli ist einfach kürzer). Unser WW ist (soweit es uns bekannt ist) der weltweit erste Prototyp eines Roboters, der Gräber gießt. Man kann sich das ganze wie einen selbstfahrenden Elektroschubkarren, mit aufgesetztem Wasserfaß vorstellen.

In der Theorie und von der Konstruktion her funktioniert er schon.  In der Praxis kämpfen wir noch mit vielen kleinen und zeitraubenden Fehlern in Funktion und Software. Wenn unser Wasserwilli fertig ist, soll er nachts (!) komplett selbstständig über den Friedhof fahren und einen Teil unserer Pflegegräber gießen. Er ist mit einem 300l Wasserfaß ausgestattet, dass er an speziellen Nachfüllstationen selbstständig wieder auffüllen kann. Bisher haben wir von der Stadt Schwabach eine eingeschränkte Genehmigung zum Testen des Roboters bekommen. Für den endgültigen Einsatz hoffen wir auf eine Zustimmung vom Stadtrat (der dies Projekt dann genehmigen muss). Unsere Erstkosten und die Entwicklungszeit sind, wie bei Prototypen allgemein, richtig hoch (sowohl Innok Robotics, als auch wir,  haben hier sehr viel investiert). Wir erhoffen uns aber auf Dauer konstante Gießkosten und besseres Gießen. Per Hand ist es uns nur möglich, auch wenn es sehr heiß ist, bis zu 3 mal pro Woche zu gießen. Mehr wäre einfach unbezahlbar. Genauso scheidet auch eine automatische Bewässerung auf dem Friedhof aus (diese wäre mit den vielen Erdarbeiten auch wahrscheinlich sehr oft kaputt). Unser Roboter hingegen könnte in heißen Sommern auch 5 – 7 mal pro Woche nachts fahren.

Und das beste an dieser Entwicklung: Momentan gießen wir ja mit unserem (Diesel-) Schmalsspurtraktor. Der Roboter arbeitet mit Elektromotor und ist kaum hörbar. In naher Zukunft könnten daher unsere gut 30h Traktorarbeitszeit pro Woche mit 3 fast lautlosen Robotern ersetzt werden. Das ist, unabhängig von der Diskussion über die Umweltfreundlichkeit von Elektromotoren, eine echte Verbesserung für den Friedhof. Wir sind guter Hoffnung, dass 2019 der erste produktive Testbetrieb möglich ist und, mit ganz viel Optimismus betrachtet, dass wir 2019 die ersten Gräber dauerhaft mit unserem WW gießen können (wir testen gerade auf dem Waldfriedhof Schwabach in den Abteilungen 15 – 20).

Von daher bitte nicht wundern, wenn wir auch in den Wintermonaten Ihre Gräber gießen (bzw. simuliert gießen). Bei uns sind noch alle Tassen im Schrank: Wir versuchen nur in der ruhigeren Arbeitszeit die Entwicklung und Einrichtung des WW voran zu treiben.

Für Sie als unseren Kunden heißt das: Wenn alles klappt, werden wir, trotz ständig wärmerer Sommer und steigenden Lohnkosten, die Pflegepreise mit dem Gießen konstant halten können. Auch machen wir uns etwas unabhängiger von der dauerhaften Suche nach Fachkräften.  Eine spannende Entwicklung.               

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