IGA 2017 Berlin – ein Bericht

Wir waren Ende Juni mit einer Gruppe Gärtnerkollegen/innen in Berlin auf einer Fortbildung. Neben vielen Gärtnereien, Gartencentern und Blumenläden war auch ein Besuch der Internationalen Gartenausstellung auf dem Programm. Hier unser Bericht.

 

Auf der IGA 2107

waren wir begeistert

von

    • der Friedhofsgärtnerischen Ausstellung. Das muss hier einfach an erster Stelle stehen, weil die Friedhofsgärtner auf fast jeder Gartenschau wirklich glänzen. Tolle interessante Konzepte, wahnsinnig gut gepflegt, gute Gestaltung. Das lohnt sich wirklich anzusehen – auch wenn man kein Grabbesitzer ist.

      wunderschöne, aufwendige Grabgestaltung
    • den „alten“ Gärten der Welt. Tolle Gestaltung, gut gepflegte, schön zugewachsene Anlage. Man merkt, dass durch die IGA wieder einiges schön und behutsam überarbeitet wurde. Sehenswert.
    • einem neuen „Garten der Welt“ mit Scheinbuche Nothofagus. Moderne Gartengestaltung mit Pflanzen auf wenige Arten reduziert und trotzdem überzeugend „grün“. Ein Garten, der auf den ersten Blick überzeugt, fasziniert und in Gestaltung „Wau-Effekte“ auslöst.

      Garten der Welt: Traumgarten mit Nothofagus Scheinbuch als Hauptelement
    • der kostenlosen Seilbahn. Das ganze Gelände wird mit einer Seilbahn (eine Zwischenstation) überspannt. Beim Beginn eines Besuches schafft die Fahrt mit der Seilbahn einen schnellen Überblick.
Blick aus der Seilbahn
  • dem Labyrinth. 🙂
  • dem Rosengarten. Wir waren in der Hauptblüte hier und es war ein duftender Rosentraum, kombiniert mit vielen Stauden.

Nicht gefallen an der IGA 2017 hat uns

  • Ein Großteil der neuen Gärten der Welt. Auch wenn man immer Kunst als Ausrede bringt, hat eine Betonfläche mit 3 parkenden Autos und Plastikpalmen wenig mit einer Gartenausstellung zu tun. Als ob man solche Scheußlichkeiten nicht in jeder Stadt an jeder dritten Ecke sehen würde …  Auch der Großteil der anderen neu angelegten Gärten der Welt war enttäuschend.
  • Das Dahlienbeet. Zur Erinnerung: Wir waren Anfang Juli in Berlin und zu diesem Zeitpunkt war nicht eine Dahlie in Blüte. Viel zu spät gepflanzt.
  • Seit Jahren versuchen wir unseren Kunden zu erklären, wie man ohne großen finanziellen Aufwand, kreative, schöne und artenreiche Gärten gestalten kann. Was bekommen wir dagegen auf der IGA geboten: Rasen, Thujahecke außen herum und ein paar Gartenliegen. So einfallsreich hätten wir das nicht erwartet. Im nächsten Garten erwarten uns Wasserspiele und keine einzige Pflanze. Kunst?

    Unglaublich: Thuja, Liegen und Rasen – und das auf einer Gartenschau
  • Es ist wirklich lobenswert, wenn eine Gartenschau ökologisch beispielhaft arbeiten möchte. Aber die Ausführung IGA ist leider eine Abschreckung. Alle einjährigen Pflanzen (Becken, Kübel, Beete) leiden unter Mangelerscheinung und sind nicht gewachsen. Die Qualität entsprach in etwa dem Stadium Anfang Mai bei uns im Verkauf. Auf Nachfrage hat sich dann herausgestellt, dass in Berlin nur torffreie Erde verwendet wurde. Torffreie Erden sind momentan noch experimentell und liegen gut 30% höher im Preis als torfhaltige Erden. In Berlin hat anscheinend der billigste Anbieter den Zuschlag bekommen und das sieht man an jeder Ecke.
  • Wir sehen auf den neuen Gartenschauen in Deutschland immer öfters zwei Extreme: Komplett naturnah (wie man es an vielen Stellen in der Natur viel schöner sieht) oder komplett mit Schwerpunkt Beton / Natursteine mit Pflanzen als kleiner Dekoration. Wo geht die Gartengestaltung in Deutschland hin?

Was uns an Berlin gefallen hat

  • In Berlin selbst sieht man den „Natur in die Stadt“ Gedanken unheimlich oft. Ich habe noch in keiner anderen deutschen Großstadt so viele begrünte Häuser gesehen. Angefangen von der Fassadenbegrünung mit hauptsächlich wildem Wein, bis hin zu Balkonschmuck, Dachbegrünung und vielem mehr.
  • In Berlin ist der Urban-Gardening-Trend, der Pflanzen zur Ernährung ortsnah anbaut, schon viel weiter entwickelt.
  • Die königliche Gartenakademie. Das ist tatsächlich ein MUSS für jeden Gartenfreund beim Berlinbesuch. Eine Mischung aus Baumschule, Staudenverkauf, Staudengarten, Restaurant,
    Das Kaffee in der königlichen Gartenakademie: Viel Zeit mitbringen!

    Gartenmuseum und englischem Gartendesign. Lohnenswert. Zeit mitbringen und das Restaurant genießen. Direkt gegenüber ist der botanische Garten Berlin. Daher für beide Orte einen ganzen Tag einplanen.

  • die grüne Wände. Während bei uns Wandbegrünung mit grünen, vertikalen Wänden noch selten zu sehen ist, ist dies in Berlin wirklich oft zu bestaunen.

Berlin ist immer eine Reise wert. Auch im grünen Bereich lässt sich hier wirklich viel Schönes sehen. Ob die IGA dazugehört muss jeder selbst entscheiden.

 

2 Kommentare zu “IGA 2017 Berlin – ein Bericht

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