grüne Berufe – beliebt wie noch nie – 10 junge Menschen in der Ausbildung

Eher unspektakulär und ruhig erleben die grünen Berufe eine kleine Renaissance. 6 neue Auszubildende haben am 1. September bei uns angefangen. Entgegen dem Trend, dass immer weniger junge Menschen in die Ausbildung gehen, hatten wir für 2021 so viele Bewerbungen, dass wir ernsthaft sortieren und einigen Bewerbern absagen mussten.

7 Gärtnerazubis – 3 Floristazubinen in der Ausbildung

Der erste Arbeitstag ist zwar nicht das Entscheidende, aber trotzdem macht ein guter Start den Ausbildungsbeginn einfacher. Unsere Ausbilder aus Floristik und Gärtnerei (nicht auf dem Bild) durften  mit alten und neuen Azubis einen gemeinsamen Start erleben.  Von der Betriebsführung durch den Schwabacher und Rutzendorf Betrieb über Information zum Berichtsheft, ausgegebene Fach-Leihbücher, digitalen Zugang zum Firmennetzwerk, internen Umgang, Besprechung des Ausbildungsplanes und natürlich gemeinsamen Pizzaessen reichte das Programm. Trotz viel gemeinsamem Spaß und lockerer Atmosphäre waren unsere Neuen nachher rechtschaffend müde.

Gärtner

Auch wenn wir immer wieder erleben, dass die Berater der Arbeitsagentur mit Vorliebe versuchen unvermittelbare Jugendliche in die Ausbildung zum Gärtner zu schieben, ist Gärtner nach wie vor ein anspruchsvoller und extrem abwechslungsreicher Beruf. Wie bei allen anderen grünen Berufen gibt es hier eine spannende Verknüpfung von moderner Technik, Natur und großem Wissen. Wir kultivieren in unseren Gewächshäusern (ohne die zugekauften Pflanzen) jährlich noch über 800 verschiedene Pflanzenarten und Sorten. Dazu kommt das Wissen über chemische Vorgänge im Boden und Substrat, Bodenprobe, Dünger- und Teichwasseranalysen oder das technische Know How wie Bedienung des Pikierroboters, der Klima- und Bewässerungscomputer und Instandhaltung der Gewächshausanlage. Immer komplexer und spannender wird

Azubitag 2021 - mit gemeinsamen Essen, Kennenlernen und Vorträgen in die Ausbildung

der Pflanzenschutz mit aktivem Einsatz von Nützlingen, exakter Schädlingsbestimmung, Microorganismen-Ausbringung und vielem mehr. Im praktischen Arbeiten geht es um kräfteschonende, intelligente Arbeitsoptimierung (zu diesem Thema gibt es noch jährlich eine Schulungstag mit externen Beratern), Umsetzung von Ideen und Sorgfältigkeit. Das oft gehasste Unkrautzupfen (im Vergleich zu den restlichen Arbeiten eher selten) wird spätestens ab Erreichung des Gesellenstatus zur willkommener “Erholungs-Arbeit”. Einstimmig ist bei uns im Betrieb die Meinung, dass wer die Gärtnerprüfung gut bestanden hat, maximal 30% von unseren Pflanzenwissen und betrieblichen Pflanzenwissen kapiert hat – Gärtner ist einfach ein Beruf fürs Leben – und jeder Kunde, der sich in irgendeinem Teilbereich spezialisiert hat, kann uns trotzdem mit seinem Wissen “fertig machen.”

Wenn man diese Anforderungen sieht, wird es auch klar, warum der Zulauf zum Beruf Gärtner zunimmt. Gärtner ist eine perfekte Basis für ein weiteres Studium in verschiedenen Naturberufen. Gärtner ist ein jahreszeitlicher, abwechslungsreicher Beruf, der absolut jeden fordert. Als Gärtner erlebt man das Glücksgefühl zu sehen, was man erreicht: Ein wachsendes Ergebnis.

Florist

Florist ist nicht umsonst der Traumberuf von vielen jungen Frauen. Ein tägliches Arbeiten im Blumenmeer, kreative Gestaltung, interessante Kontakte mit Kunden, Wissen über Pflege und Pflanzen, Gestaltung. Designberatung für grüne Produkte, Begleitung der Menschen bei deren Höhepunkte im Leben … Die Anforderungen sind vielseitig. Auch Florist ist schon seit Jahren im 21. Jahrhundert angekommen. Die Kreativität steht als Basis, das praktische Können muss diese Kreativität fachlich und wirtschaftlich umsetzen. Natürlich sind die Grundvoraussetzung an Computerwissen auch in der Floristik wichtig (Terminverwaltung, Rechnungserstellung, Auftragsannahme, Kranzschleifendruck …). Im Focus der letzten Jahre steht die umweltgerechte, naturschonende Ausbildung, ein reiches Pflanzen-und Beratungswissen. Durch unser breitgestreutes Floristikangebot werden fast alle floristischen Bereiche gut ausgebildet (von der Festtagsfloristik über Eventdekoration und Innenraumbegrünung bis zur

Azubitag 2021 - mit gemeinsamen Essen, Kennenlernen und Vorträgen in die Ausbildung

Alltagsfloristik reicht das Spektrum). Auch in der Floristik erleben wir, ähnlich wie beim Gärtner, das das Durchschnittsalter steigt und oft schon vorher ein anderer Beruf gelernt wurde, bzw. schon in diesem gearbeitet wurde.

Fazit

Berufstudien zeigen, dass die grünen Berufe bei der “Zufriedenheit” immer ganz oben sind. Ein Arbeiten mit Pflanzen ist, wenn man es als lebenslangen Beruf sieht, einfach wunderschön und kann deutlich erfüllender sein, als die Arbeit am Computer (wo man im schlimmsten Fall nie sieht, was man wirklich gemacht hat).

Momentan laufen schon wieder die Bewerbung für den Ausbildungsstart 2022. Auch hier sehen wir als Chefs wieder interessante Bewerbungen aus aller Welt … nach China 2021 läuft gerade eine Bewerbung aus Moskau … auch für uns als Ausbilder: Einfach spannend.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.