Wir lieben Weihnachten

Auch wenn es altmodisch und nicht modern klingt:

Wir lieben Weihnachten und den Winter

winterliche Ruhe in der Gärtnerei

Zusätzlich zum christlichen Ursprung des Festes (ein Zeichen von wunderbarer Liebe Gottes) ist Weihnachten auch für unsere Gärtnerei eine schöne Zeit.

Die Pflanzen spüren die kurzen Tage und wachsen kaum. Die Gewächshäuser sind zwar voll belegt, aber fast überall stehen Frühlingsblumen. Diese werden kalt, luftig

und nur mit 3°C Heiztemperatur angezogen. Bei dem, jahreszeitlich sowieso schon, schwachen Licht, stört es diese Pflanzen auch nicht, wenn es einige Zeit dunkel bleibt und der Schnee noch zusätzlich Licht blockiert. Die Arbeiten in der Gärtnerei sind für viele Wochen gemacht und unserer Gärtner sind in langer Winterpause und feiern Überstunden ab. Auch den Schädlingen ist es zu kalt und wir müssen kaum (meist biologischen) Pflanzenschutz machen. Diese Ruhe ist schön.

Eine kleine Ausnahme hat unser Winterschlaf: Im ältesten Haus der Gärtnerei (die Grundmauern sind aus den 30er Jahren) ist es warm: Hier wachsen unsere Schnitttulpen. Zwei Wochen vor Weihnachten wird der erste Satz aus dem Kühlraum geholt … und meistens sind an Silvester die ersten blühenden Frühlingsboten schon im Verkauf. Im ein- bis zweiwöchigen Abstand kommen weitere Tulpen in die  Wärme – bis zum Schluss, Mitte bis Ende April, 40 000 Tulpenzwiebeln zur Blüte gebracht wurden …

Unser Blumenladen hat keinen Winterschlaf, aber auch hier geht es im Winter oft deutlich gemütlicher zu … während des Winterschlafes zaubern unsere Floristen aus den ersten Frühlingsboten winterliche Muntermacher. Gerade, wenn es im Januar trübe, kalt und unangenehm ist,  ist der Blumenladen ein kleiner Motivationsbrunnen.

Lediglich Silvester ist ein kleiner Ausreißer im winterlichen Gärtnereischlaf: Mit brennbarem Plexiglas auf dem Dach und kaputten Fensterscheiben durch landende Raketen (ganz böse bei Folienhäusern – oh oh) sind jedes Jahr ein paar Reparaturen zu machen (ohne, dass ich jetzt das Feuerwerk beschimpfen will – das waren für uns als Kinder immer absolute Höhepunkte …). Und da so ein Loch im Dach richtig (Heizungs-) Geld kostet, gibt es jedes Jahr Reparaturen, die bei glatten, schneebedeckten Dächern nicht ganz im Sinne der Berufsgenossenschaft sind.

Amaryllisblüte im Winter: einfach schön
Amaryllisblüte im Winter: einfach schön

Im Laufe das Januars kommen die ersten Kollegen aus dem Urlaub zurück und wir starten Maschinenwartung und Streicharbeiten (auch in verzinkten Gewächshäuser gibt es Rost …). In der vierten Jahreswoche hat der Schlaf ein abruptes Ende: Die ersten 15 000 Jungpflanzen für den Sommer werden geliefert. Damit startet für uns die Sommersaison: Die Gewächshäuser müssen kräftig angeheizt werden, die Topfmaschine mit dem Pikierroboter läuft im Dauereinsatz und auf einmal wuseln an jeder Ecke wieder Gärtner durch den Betrieb.  Bis Mitte März kommen dann fast jede Woche die gleiche Anzahl an Jungpflanzen … und dann ist der Winter hoffentlich schon vorbei. Wir spüren jede Woche wie die Tage länger werden und die Pflanzen das Mehr an Licht genießen und kräftiger wachsen ….

Aber bevor wir ans Frühjahr und den Sommer denken freuen wir uns erstmal an Weihnachten.

Ihnen gesegnete Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr.

 

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