automatische Bewässerung – Neuheiten und Bewährtes

Der Mai ist einer der schönsten Monate. Alle Gärtnerherzen schlagen höher. Es wird gepflanzt, gestaltet und vieles verschönert. Mit der ersten Hitzewelle im Juni ist diese Euphorie schon deutlich gebremster. Jetzt kommt die Zeit des Gießens, Düngens – die Zeit der Pflege. Im schlimmsten Falle beschwerlich mit Gießkanne im optimalen Fall mit Hilfe von moderner Technik .

Spraystakes, Blumat in Balkonkästen und Kübeln

Spraystakes

Mit einem Wasserhahn in der Nähe der Balkonkästen oder Kübel ist schon viel gewonnen. Eine Tröpfchenbewässerung kostet nicht viel und ist schnell verlegt. Hier kamen in den letzten Jahren neue innovative Produkte auf den Markt. Mit klassischen „Tropfern“ hat man immer das Problem, dass große Kübelpflanzen fast nicht zu bewässern sind. Es bleiben zu viele trockene Stellen. Ähnlich ist es im Balkonkasten. Neu bei uns sind die Spraystakes von Netafim. Diese Tropfer machen einen kleinen Sprühkreis. Dadurch läuft das Wasser wesentlich langsamer durch den Topf und die Erde wird richtig feucht. Wir sind von diesem System so begeistert, dass wir 2016 unsere ganze Gärtnerei umgerüstet haben: Tropfer raus – Spraystakes rein. Übrigens: Spraystakes für 5 Balkonkästen kosten mit direktem Wasserhahnanschluß nur um die 40 €. Eine einfache Wasseruhr kommt nochmal mit ~35 € dazu. Dafür lohnt es sich wirklich nicht Gießkannen zu tragen.

Blumat zur stromlosen, automatischen Bewässerung

Blumat System im Balkonkasten
Blumat

Für wasserhahnfreie Ecken bleibt noch das „Uralt-aber-bewährt“ System mit Blumat (Tonkegeln mit Wasserleitung) und einem großen Bottich Wasser. Günstig, funktioniert und man muss nur den Bottich hin und wieder auffüllen. Bevor man mit Akkubetriebenen Pumpen bastelt ist dies die deutlich bessere Wahl:

Beim Blumat muss ein Wasserspeicher höher als die Töpfe montiert werden. An diesem Wasserspeicher wird ein dünnes Verlegerohr angeschlossen. Dies führt zu den einzelnen Tropfer. Die Blumattropfer sind ein Tonkegel mit einem weichen Zuleitungsschlauch. Ist der Tonkegel feucht drückt die Membran den Schlauch so zusammen, dass kein Wasser durchfließt. Ist der Tonkegel trocken wird der Tropfer wieder geöffnet. Am braunen Einstellrad, kann man die Feuchte selbst nachregulieren. Übrigens der Tropf-Blumat (vom selben Hersteller) ist für Balkonkästen eher weniger geeignet. Das ist die ideale Bewässerung für das Zimmer.

Mixrite Düngermischer

Mixrite Düngermischer

Pflanzen benötigen Nährstoffe – das ist klar. Gerade bei einer hohen Wasseraufnahme im Sommer sollten diese Nährstoffe ausreichend verfügbar sein. Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Viele unsere Kunden düngen lange Zeit gar nicht und dann richtig (zu)viel. Abhilfe schafft hier ein Düngermischer. Dieses kleine Gerät wird zwischen Gartenschlauch und Wasserhahn oder vor die automatische Bewässerung oder vor die Balkonkasten-Kübelbewässerung eingebaut. Unter dem Düngermischer steht ein 10l Kanister mit Düngekonzentrat. Gedüngt wird dann bei jedem Gießvorgang in kleiner Dosierung. Damit wird kaum Dünger ausgewaschen, es entstehen keine Düngerspitzen mit Wurzelschäden und die Pflanze hat bedarfsgerechte Nährstoffversorgung.
Wir kannten bisher nur die teuren Profigeräte (ab 790 €) und billige Teile, die uns einfach nicht überzeugt haben. Letztes Jahr haben wir mit den Mixrite Düngermischer Profigeräte für relativ wenig Geld gefunden und sind wirklich glücklich damit. Für ~280 € lässt sich damit eine gleichmäßige Düngebeimischung realisieren.

Der Düngermischer funktioniert stromlos, aber benötigt mindestens 2 Bar Druck. Daher ist er für ein Blumatsystem nicht geeignet.

automatische Bewässerung im Garten

Als Quasi-Standard für alle automatischen Gartenbewässerungen verbaute man früher einen Regensensors. Bei Niederschlag wurde damit die Bewässerung ausgeschaltet. Langsam setzen sich neuere Geräte durch, die weit mehr können. Sie holen sich Wetterdaten aus dem Internet und passen die Bewässerungsdauer an die Wetterlage an. Das ist deutlich effektiver. Diese Kleincomputer reduzieren in den kalten Frühlings- und Herbstmonate die Gießzeit und fahren im Gegenzug die Bewässerung in heißen Sommerwochen hoch.
Unsere hauseigenen Gießcomputer können noch mehr: In Kombination mit dem Düngermischer lässt sich für jede Bewässerungsgruppe die Düngung zu oder abschalten. Im lufttrockenen Gewächshaus können Nebeldüsen in Intervallbefeuchtung die Luftfeuchte anheben (toll für Gurken).
Das Einstellen des Bewässerungscomputers geht nicht mehr umständlich mit Gebrauchsanleitung und ein paar wenig Knöpfen. Eingebaut ist ein flottes Webinterface durch das man den Gießcomputer mit jedem internetfähigen Gerät weltweit erreichen kann. Weiter sind die Funktionen so übersichtlich, dass von unseren Kunden noch keiner die Anleitung gelesen hat. Demhingegen ist der Preis für soviel Technik moderat und liegt bei ~380 €. 90% aller alten Anlagen lassen sich problemlos und schnell auf diese neue Technik umrüsten.

Eine nette Geschichte am Rande:
Eine Kundin erzählte mir, dass sie jahrelang für das Gießen des Garten zuständig war. Als ihr Mann in Rente ging und er diese Aufgabe übernahm dauerte es keine 2 Monate bis die automatische Bewässerung angeschafft war …

Wir wünschen Ihnen in den heißen Sommermonaten viel Zeit für Ihre Blumen, Pflanzen und den Garten. Genießen Sie die Natur. Und vergessen Sie nie: Die Technik ersetzt nie den wachsamen Blick und die Fertigkeit eines guten Gärtners.

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