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kurze Stellungnahme zum endgültigen Aus unseres Gießroboters (nicht mehr so ganz kurz wie geplant)

Ergänzung 09.01.2026:

Zum ersten Mal haben wir die Bilder gesehen mit denen Herr Hack von der CSU massiv gegen uns vorgegangen ist. Die dort gezeigten Spuren sind alle den Bereichen Tankstation zu zu ordnen (auch wenn die Bilder aus vielen verschiedenen Perspektiven gemacht wurden und man so, wenn man den Friedhof nicht genau kennt, sehr leicht den Eindruck erwecken kann, dass diese Probleme flächendeckend sind). Einzige Ausnahme war ein (!) Gießtag mit Fehlprogrammierung, wo bei Pflegegräbern von uns etwa 3 Schaufeln Erde weggeschwemmt wurden.

Ergänzung 08.01.2026:

Interessante Vorortbegehung am Montag mit Herrn Gerner vom Schwabacher Tagblatt. Es ist ein, für uns sehr positiver, Artikel entstanden (nur mit NN/ Schwabacher Tagblatt Abo komplett lesbar). Gleichzeitig hatten wir heute eine Begehung mit Vertretern der Grünen Fraktion des Schwabacher Stadtrates (Herrn Neunhoefer und Herrn Spachmüller).  Auch hier konnten wir einige falsche Informationen bereinigen und wir hatten ein fast zweistündiges und gutes Miteinander.  Dazu mussten wir natürlich noch am Vormittag auf dem Friedhof Schnee kehren - man sollte die Spuren an der Tankstation ja sehen ...  . Auch dieses Gespräch sehen wir als sehr positiv an.

Wir hoffen aktuell, dass jemand das Thema nochmal in den großen Stadtrat einbringt und hoffen natürlich, dass der sieben Jahre dauernde Dauerstreit endlich zu einer Genehmigung wird (und damit die Schwabacher Gräber wieder billiger werden).

 

Ergänzung 25.11.2025:

Karte mit den beanstandeten Problemstellen am Ende der Seite angefügt.

Unser Betrieb ist noch in Schockstarre (soweit das die schönen Momente, der Musikabend in Rutzendorf und die Vorbereitungen auf Advent zulassen).

Kurze Geschichte:

2018 haben wir mit dem Gießroboter angefangen und sind auf enormen Gegenwind der Verwaltung gestoßen.

2020 gab es den "berühmten" Stadtratsbeschluß, der ein Jahr Testbetrieb auf dem Waldfriedhof zulassen sollte. Bei allen unseren persönlichen Gesprächen hatte sich damals herausgestellt, dass kein Stadtrat (soweit wir mit ihnen gesprochen hatten) die Vertragsvorlage des damaligen Bauamtleiters gelesen hatte. Im Gegenzug waren viele der Meinung, dass das Jahr "Probebetrieb" eine Formsache ist. Das im Nachhinein einige Stadträte sauer auf uns waren, weil wir, auch öffentlich Ihre Unkenntnis angeprangert haben, ist klar. Es reicht, gerade bei komplexeren Themen nicht aus, wenn man sich irgendetwas ausdenkt ohne sachliche Kenntnisse zu haben.  Aus eigener Erfahrung wissen wir, wie schwierig es ist im Ehrenamt (oder teilweise Ehrenamt, wie es der Stadtrat ist) gute Arbeit zu machen. Das kostet viel Zeit. Aber: Wir sind aus Schwabach und mit einem kurzen Telefonat hätte ich gerne unsere Informationen geteilt. Natürlich weisen wir auch nachher immer auf Wissenslücken hin. Wenn z.B. die CSU per Tagblatt verkündet, dass sie Probleme wegen der Lichtverschmutzung sehen und der Roboter in Wahrheit keine einzige Lampe hat (nur einen Lidar - einen Laser), dann ist das einfach falsch und wir müssen darauf hinweisen. (Bisher haben wir keine Studie über die Auswirkung von Lidar / Laser auf Insekten gefunden - da aber inzwischen fast jedes moderne, hochwertige Auto einen Lidar verbaut hat, sind wir hier sicherlich das kleinste Problem). Auch hier wieder ein Gruß an die CSU: Der Roboter hat einen Regenmelder und wir fahren bei Regen nicht.

2024 haben wir nach unendlichen Papierkram, Kosten, Gesprächsrunden, Gutachten, die wir speziell für den Schwabacher Waldfriedhof erstellen mussten und Diskussionen einen Start des Probebetriebes für 2025 vereinbart. Unter anderem wurden viele der für uns unmöglich zu unterschreibenden Dinge der Vertragsvorlage fallen gelassen oder dokumentiert großzügig ausgelegt. Bei diesen Gesprächen war erstmalig ein Jurist der Stadt Schwabach mit dabei.

2025 Der Wind in den Behörden hat um 180° gedreht. Auf einmal kommt ein neuer Bauhofschef, der sehr sachlich (und aber durchaus mit Druck, dass wir gute Leistung bringen) an die Sache herangeht. Wir dürfen, obwohl das nie gefordert war, eine Stromladestation aufbauen. Der Friedhof geht dabei so weit und schiebt noch einen Schiffscontainer von ihnen zur Seite. Damit wird ein perfekter, nicht störender Stellplatz geschaffen.

Wir machten beim Start mit dem Bauamtschef (Matthias Eitel) und dem Friedhof klar, dass wir Spuren auf dem Boden im Bereich der Tankstationen erwarten (das wissen wir von den beiden anderen Friedhöfen), aber nicht im Bestand / in den Grabfeldern. Das hängt einfach damit zusammen, dass an den Tankstationen der Roboter pro Nacht 50 mal hinfährt, oft noch ein wenig nachtropft und so der Rasen leidet. Gemeinschaftlich mit Friedhof und Bauamt beschließen wir das abzuwarten und dann zu reagieren (großer Fehler).

Im September sitzen wir (Friedhof, Bauamt und ich) zusammen und reden über die Wochen. Natürlich kommen die Bodenspuren an den Tankstationen zur Sprache. Auf anderen Friedhöfen, mit Roboterbetrieb, werden die Tankstationen so gebaut, dass der Tankrüssel auf einen asphaltierten Weg geht. Einstimmig haben wir beschlossen, dass wir die jetzige Lösung (fast komplett hinter Hecken versteckt) schöner finden und lieber den Weg mit Rasenwaben befestigen. Diese Lösung war auch der endgültige Besprechungsstand in dieser Runde. Während der Probephase hatte ich keinerlei Kontakt mit dem Bauausschuß gehabt.

Folgende Probleme hatten wir während der 3 monatigen Testphase:

  • Einmal ist der Roboter nicht nach Hause gefahren und stand mittig auf einem asphaltiertem Weg (wir haben ihn dann um 7.30 Uhr weggefahren). Das war ein Softwarefehler.
  • Wir haben zwischen den Abteilungen 7 und 33  drei Gräber nicht sauber eingerichtet und hier gab es Schwemmspuren. Die Hauptspuren im Boden, waren aber nachweislich von den Unwetter im August. Zu diesem Zeitpunkt fuhr unser Gießroboter (natürlich) nicht und die großen Regenfälle haben noch ganz andere Spuren hinterlassen. Das sehen auch, soweit es uns bekannt ist, die Verantwortlichen vom Friedhof so. Mit einer Menge von ungefähr 4 - 5 Gießkannen pro Doppelgrab, ausgebracht mit 0,8 bar Druck schwemmt man keine befestigten Wege weg.
  • Der Roboter ist an einem Grashaufen (der dummerweise sanft ansteigend war und so die Hinderniserkennung ins leere ging) nach hingen gekippt. Das war, außer einer Schramme nichts wildes und wäre, selbst wenn hier nachts um 3 Uhr jemand gestanden hätte, auch nie zu Schäden führen können. Eben um solche Fehler auf zu zeigen, haben wir im alten Teil des Friedhofes begonnen und nicht in den neuen, glatten und strukturierten Abteilungen.
  • Wir haben einmal ein Grab, dass wir zur Pflege hatten, gegossen und hinten im Grab war aber ein Loch für eine Urne ausgehoben (das damit voll Wasser war). Um diese Fehler zu vermeiden wurde ein Informationsaustausch mit dem Friedhof implementiert (das hätten wir, auch aus anderen praktischen Gründen, schon vor vielen Jahren machen sollen). So etwas ist uns tatsächlich auch schon mal mit dem Gießtraktor passiert.
  • Laut unseren Berechnungen haben wir ungefähr 20% Wasser eingespart. Das sind alles Werte, die nicht wissenschaftlich sind und unseren groben Berechnungen entspringen. Wir zählen ja beim Handgießen nicht die Gießkannen und wissen auch nur ungefähr wie oft wir die Wasserfässer unserer Gießtraktoren nachtanken. Wie von der CSU jemand, ohne irgendwelche Daten zu besitzen, einen höheren Wasserverbrauch moniert, ist auf dem Niveau der aktuellen (Welt)-Politik: Ohne irgendwelche Fakten muss man einfach nur stur irgendwas behaupten und damit wird es schon richtig werden.
  • An den 3 Tankstationen waren Spuren sichtbar. An 2 Tankstationen war das Gras plattgefahren und ebenerdige Fahrspuren. An unserer schwierigen Tankstation (leicht schräg, Roboter muss rückwärts herausfahren und an der Schräge drehen) haben wir eine tiefe Fahrspur erzeugt. Wie tief er sich hier eingegraben hat (unter 10cm - ansonsten hätte der Roboter gestoppt), hat uns auch überrascht. Dass der Standort dieser Tankstation aber Schäden hervorruft war Friedhof, Bauamt und uns von Anfang klar. Alles Dinge, die wir mit der besprochenen Befestigung hätten ausgleichen können.

Unser Fazit (das ziemlich ähnlich mit Bauamt und Friedhofsverwaltung war) ist, dass das Gießen weitgehend problemlos gelaufen ist und die anfallenden Dingen gut gelöst werden können. An ein totales Verbot hat keiner gedacht (so ändert es sich die Situation).

Noch ein paar Daten:

Wir pflegen am Schwabacher Waldfriedhof wahrscheinlich mehr Gräber als alle unsere Kollegen zusammen. Auf die Zukunft gesehen haben wir einen Nachfolger und gehören damit zu zwei Gärtnereien / Friedhofsbetrieben von aktuell 6 Betrieben, die Grabpflege wahrscheinlich auch in der nächsten Generation anbieten könnten. Der große Teil unserer Kollegen hat, für den Friedhof, gar keine oder nur einen Angestellten. Wir arbeiten mit einem Team von knapp 10 Gärtnern und Azubis. Die jetzige Entscheidung bremst unser Engagement für den Waldfriedhof signifikant. Das wird keiner in ein oder zwei Jahren merken, aber in 10 bis 15 Jahren wird das deutlich werden. Schwabach braucht gute Firmen, die am Friedhof arbeiten. Wir haben ja jetzt schon Probleme mit einigen Gewerken, dass die Firmen immer weiter aus der Region kommen, weil die Schwabacher Firmen weniger werden oder aufgehört / reduziert haben.

Zeitenwende

Auch wenn, nach dem Politikwechsel in Berlin, das CO2 veringern, Energie sparen und der Schritt zu nachhaltigen Produkten im öffentlichen Druck verschwunden ist, treiben wir auch weiterhin die umweltfreundlichen Produkte / Dienstleistungen massiv voran. Wir sehen darin die Zukunft und wollen uns nicht von unseren Nachkommen vorhalten lassen müssen, dass wir blind und geldgierig die Welt zerstört haben.  Unabhängig vom Roboter blutet uns wirklich das Herz, dass wir hier eine Rolle rückwärts machen und ab 2026 wieder komplett mit Dieseltraktor, fossiler Energie und hohen Lärm arbeiten müssen. Die Photovoltaik auf den Friedhofscontainern, mit der wir zu 100% den Roboter betreiben konnten, war für uns einfach ein "klasse, so soll es sein". Dass mit dem positiven Umweltfaktor gleichzeitig eine Reduzierung der Kosten für den Endkunden einher ging, ist eine absolute Seltenheit. Bestes gegensätzliches Beispiel: Wir bekommen diese Woche neuen Blumensteckschaum, der erstmals nicht aus 100% Erdöl, sonder aus 100% organischem Material hergestellt wird. Dabei kostet er "nur" das fünffache. Und natürlich muss in irgendeiner Form dieser Preis weitergegeben werden.

Wie gießen unsere Kollegen

Wir haben zwei kleinere Kollegen die am Friedhof mit Handkarren und 6 - 12 Kannen auf dem Wagen gießen. Das ist körperlich extrem schwere Arbeit und geht nur, wenn man wenig Gräber hat (bei unseren rein analogen Gießgängen vergießen wir ungefähr 25 m³ also wäre hier eine Handlast von 25t - dreimal die Woche - zu bewegen). Ein Kollege von uns gießt mit dem Schlauch. Das ist sehr effektiv, man bekommt viel Wasser auf dem Friedhof, aber die Schläuche sind lang, schwer und die Schleifspuren sind im Bestand / Grabfeld  sichtbar. Der nächste Kollege gießt, wie wir, mit dem Traktor und einem Gießfass. Auch hier gibt es Bremsspuren, Spuren an den Hähnen, die öfters angefahren und Spuren am Grab (und die hohen Tankfässer schwappen, wenn sie halbleer sind gewaltig und uns ist vor ~ 15 Jahren dabei auch einmal ein Fass umgefallen und hat (Gott sei gedankt) nur ein Grab beschädigt).

Beispiel Westfriedhof Nürnberg. Dort gießt die Friedhofsgenossenschaft. Während die meisten Kollegen in Schwabach den Weg gehen, dass wir maximal dreimal in der Woche und dafür viel gießen, wird dort deutlich weniger und dafür täglich gegossen. Im Endeffekt fahren damit täglich 12 Diesel konstant tagsüber 8h durch den Friedhof.

Grundsätzliches

Alle Firmen sind auf dem Friedhof Gäste. D.h. wenn sie Schäden verursachen und diese nicht beheben, kann ihnen von der Stadt jederzeit die Erlaubnis zum Ausführen von Arbeiten auf dem Friedhof entzogen werden. Das war schon immer so. Meines Wissens nach, sind wir in letzten Jahrzehnten (weiter reicht mein Wissen nicht - am Friedhof arbeiten wir seit unserer Firmengründung 1902) nie durch unsauberes Arbeiten aufgefallen. Alle Gewerbetreibende zahlen übrigens für die Erlaubnis des Arbeiten am Friedhof. Weil hier rechtlich keine Möglichkeit für die Stadt besteht für das Arbeiten selbst gebühren zu erheben (wir sind ja im Auftrag der Grabnutzer unterwegs und diese zahlen mit den Nutzungsgebühren), zahlen wir ein Wegegeld für die stärkere Beanspruchung der Wege.

Gleichzeitig muss der Friedhof, damit er schön bleibt, wirtschaftlich bearbeitet werden. Dazu gehören Maschinen. Die Stadt Schwabach hat selbst, mit einem (geschätzt) 4 Tonnen Radlader das schwerste Gerät, dass auf kleinen Wegen, fährt am Start. Aber auch wir  Gärtner oder die Steinmetze oder andere Gewerk brauchen Maschinen um heutzutage überhaupt bezahlbare Arbeiten anbieten zu können. Das alles hinterlässt Spuren. Die Friedhofsverwaltung hat z.B. an einigen Stellen Betonrasensteinen ergänzt - einfach deswegen weil die geteerte Fläche nicht ausreicht und Matschecken entstanden sind. Das ist also nichts grundlegend neues.

Am Friedhof wird Rasen weder gegossen noch gedüngt. Im Hochsommer ist der Rasen faktisch nicht existent oder als braune Steppe wahrnehmbar. Durch das ständige Öffnen und andere Tätigkeiten haben wir nur auch ganz wenigen Stellen eine Gründecke. Witzigerweise sind an 2 Tankstationen neben den Fahrspuren des Roboters, eingetretene Wege, die durch Friedhofsbesucher entstanden sind, sichtbar.

Was wäre die Lösung gewesen?

Fakten

  • Der Gießroboter funktioniert
  • Es gibt keine Schäden an Gräbern
  • Es gibt keine Schäden in den Grabfeldern
  • Es gibt Bodenschäden um die Tankstationen

Lösung

Die Tankstationen werden so umgebaut, dass der Roboter keine Rasenfläche mehr befahren muss. Oder der Boden wird befestigt. Oder es wird, bis auf eine Stelle ignoriert, weil der Schaden einfach, im Vergleich zum restlichen Friedhof-Rasen-Zustand, lächerlich ist.

Unsere drei Roboter im Winterquartier: Rednitzhembach und Ansbach laufen weiter.

Oben: Wasserwilli aus Rednitzhembach, dann Gießgeli aus Ansbach und unten Löschlena aus ???

Problemstellen

Die Karte zeigt folgendes:

Grün ist der Bereich, in dem wir knapp 300 Gräber gegossen haben. Hier gab es keine Schäden, die an uns kommuniziert wurden und wir selbst haben auch nichts gefunden. Rot sind die Tankstationen, die beanstandet wurden. Blau sind die Gräber, die wir unsauber programmiert hatten und wo es Schwemmspuren gab.

Deswegen sprechen wir von einem Erfolg des Probebetriebes.

Der weiß-schwarze Bereich war nicht Teil des Probebetriebes. Dort sind aber die Gräber deutlich strukturierter und die Wege breiter und stabiler. Das wäre, im Vergleich zu den alten Abteilungen, unglaublich leicht zu gießen und zum einrichten.

 

2 thoughts on “kurze Stellungnahme zum endgültigen Aus unseres Gießroboters (nicht mehr so ganz kurz wie geplant)

  1. Großes Lob für Ihr innovatives Unternehmertum! Hoffe, dass etwaige Versorgungslücken im Friedhofsbetrieb nicht erst in 15 Jahren ‚entdeckt‘ werden.

  2. Hallo Herr Schwarz,
    es ist sehr schade das das Projekt Willi nicht mehr weiter verfolgt werden darf.
    Finde das diese Projekt extrem fortschrittlich war. Gibt es eine Möglichkeit euch dort irgendwie zu unterstützen?
    Könnte man den Stadtrat irgendwie umstimmen?
    Viele Grüße

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