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Kein Roboter in Schwabach: Es gibt nur Verlierer

Der Bauausschuss des Schwabacher Stadtrates hat es endgültig gemacht:

In Schwabach wird kein Roboter mehr gießen. Nach 2020 den Igeln, 2022 der fehlenden CE, 2025 dem Wasserverbrauch waren es jetzt 2026 die kaputten Wege.

Wir waren als Besucher im Bauausschuss und waren in vielen Bereichen enttäuscht:

  • Herr Eitel, der Chef vom Bauamt, hat ein extrem komplexes Statement abgegeben, dass so voller Ideen gehalten war, dass die wenigsten Stadträte verstanden haben, was er damit möchte. Diesen Eindruck haben wir aus persönlichen Gesprächen gewonnen.
  • Viele Stadträte hatten nur die Schadbilder gesehen ohne zu lesen, dass es dem Matthias Eitel um einen allgemeinen Schadkatalog für alle Gewerke ging und die wirklich schlimmen Bilder dieses Kataloges gar nicht vom Roboter waren (und die Roboterbilder meistens von 2025 von einer Tankstation).
  • Keiner hat dem Eitel seine Aussagen gehört, dass es 2026 keine Schäden, die man sofort ausbessern muss, gegeben hat. Wohl aber ein paar kleinere Schäden, die am Ende der Gießsaison durch uns neu angesät werden müssen (unter 10m²).
  • Die Krönung hat sich Ricus Kerckhoff erlaubt: Obwohl sein Mitarbeiter Matthias Eitel versucht neutral und leicht positiv den Roboter dargestellt hat, war es für ihn klar "die Technik ist nicht reif".  Das auch in Zukunft keine Drohnen die Gräber gießen und jeder der Wasser zu den Gräbern bringt Spuren hinterlässt (man denke nur an die unzähligen menschlichen Trampelpfade auf dem Friedhof) war für ihn anscheinend nicht denkbar. Soweit ging die Überlegung zur Ablehnung dann doch nicht.
  • Die Äußerungen der SPD und von Teilen der CSU, dass ja ein besseres Modell in ein paar Jahren oder ein Modell eines anderen Herstellers das Gießen übernimmt sind so unrealistisch, wie es nur geht. Es gibt aktuell nur einen Gießroboterhersteller in Europa (Innok Robotics). Wenn tatsächlich jemand von außen kommen sollte, müsste er schon ein seltsame Einstellung zu seinem Geschäft haben, wenn er sich ausgerechnet Schwabach aussuchen würde. Dazu gibt es zuviele andere Friedhöfe mit deutlich mehr Technikoffenheit. Und die "interessanten " Argumente und Diskussionen mit der Stadt Schwabach sind ja alle im Netz zu finden.

Es gibt nur Verlierer. Das ist unheimlich schade.

  • Die Grabbenutzer verlieren, weil ein billiges Gießen nicht mehr kommen wird und die Preise jedes Jahr mit dem Mindestlohn angehoben werden müssen (wenn nicht noch mehr)
  • Der Friedhof verliert, weil damit mittelfristig mehr Grabstellen gekündigt werden und weniger Menschen bereit sind viel Geld für die Grabpflege auszugeben.
  • Unsere Mitbewerber verlieren, weil die Chance, dass sie das Grabgießen zu günstigen Großhandelspreisen bekommen vorbei ist. Das sehen wir ja auf anderen Friedhöfen, dass die anfängliche Ablehnung mit jedem Jahr Roboterbetrieb deutlich abnimmt und irgendwann der Geschäftssinn durchbricht.
  • Keiner unserer gelernten Gärtnerkollegen hat Kapazitäten für eine ernsthafte Anzahl von neuen Gießkunden (da haben wir schon telefoniert). Der Gärtnerberuf verliert damit und die Arbeit wird an ungelernte übergeben werden.
  • Die Umwelt verliert, weil der Roboter genügsamer als jede andere maschinelle Gießart ist. Ganz zu schweigen von den Grabbenutzern, die zu 70% mit dem Auto kommen und oft nur ein oder zwei Gräber gießen ...
  • Wir verlieren 150 bis 180 000 €, die wir in die Entwicklung, Umbauten, Umsetzung der Ideen der Friedhofsverwaltung und den Roboter gesteckt haben (klar machen wir Schadensbegrenzung und werden versuchen für unsere Löschlena ein neues Zuhause zu finden).

Wie geht es bei uns mit dem Gießen weiter?

Klar ist: Wir haben zu wenig Personal um das Gießen in der jetzigen Form zu stemmen. Bei immer weniger Niederschlag und Temperaturanstieg steigen die Kosten jährlich. Dazu haben wir den Generationswechsel noch nicht geschafft und unsere Leistungsträger sind oder kommen bald in ein Alter, wo sie weniger und nicht mehr arbeiten wollen. Wir sind aktuell tatsächlich sehr unsicher und diskutieren folgende Optionen:

  • Grabpflegepreise für 2027 stark anheben um eine Reduzierung der Kunden zu bekommen und die Kosten in den Griff zu bekommen.
  • Mindestlöhner als Saisonarbeiter anstellen (wie auf anderen Friedhöfen), die im Winter 5 Monate arbeitslos sind (ist eigentlich nicht unser Stil - wir wollen weder mit Mindestlöhner arbeiten, noch jemand im Winter ausstellen ...aber ...)
  • Kündigung aller Gräber, die weniger als Betrag xyz pro Jahr bringen.
  • Umstellung der Pflanzen auf Pflanzen, die mit maximal 2 mal oder einmal pro Woche gießen auskommen (dann sind wir halt bei den monotonen Gottesaugenfriedhöfen mit Cotoneaster und haben weniger Pflanzen und weniger Artenvielfalt).
  • Kündigung aller Gräber, die mit Hand gegossen werden, weil unser Elektrodreirad nicht hinfahren kann ...
  • Umstellung auf das Modell anderer Friedhöfe: Gärtner machen nur Neuanlagen und Pflanzen, die Pflege und das Gießen machen private (oft) Schwarzarbeiter

Wo der Weg hinführt wissen wir nicht. Unsere ersten Frust- und Bauchentscheidungen waren ungut. Was jetzt zum Jahresende kommt - keine Ahnung. Wir diskutieren täglich Ideen und Möglichkeiten. Bis zum Jahresende haben wir das Gießen sichergestellt. Wie es weitergeht erfahren Sie im November. Am wahrscheinlichsten wird ein Mix aus allen diesen Dingen ....

Unser Team geht, nach dem ersten Schock, sehr positiv und freudig-gespannt mit der neuen Situation um: Wir wollen weiterhin mit kreativen Änderungen und Liebe zu Pflanzen, das beste aus unguten Rahmenbedingungen machen  ....

 

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