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Schlammschlacht am Friedhof?

Konflikt der Gärtnereien Schlammschlacht um Willi: Erneuter Test für Gießroboter sorgt in Schwabach für Streit

so titelt das Schwabacher Tagblatt heute online (Artikel hinter der Paywall) und in den nächsten Tagen in der Printausgabe.

Wir sind in der Diskussion wirklich müde und sehen aber die Notwendigkeit hier Stellung zu nehmen:

Gute Zusammenarbeit unter Kollegen ist unser Ziel

Wir haben keine Probleme mit Schwabacher Kollegen und Kollegen aus dem Umfeld. Seit Jahren sind wir in regionalen Arbeitsgruppen vom AELF (Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten) aktiv und tauschen uns hier intensiv (auch mit Schwabacher Kollegen) aus. Auf den Gesellenprüfungen (sowohl Heino Schwarz, als auch Lukas Schwarz engagieren sich im Prüfungsausschuß) genießen wir den Austausch mit Kollegen und zu guter letzt ist Blumen Schwarz einer der aktiven Betriebe in der regionalen Gartenbaugruppe Schwabach-Roth-Weißenburg. Wir sind fest davon überzeugt, dass gute Zusammenarbeit alle Beteiligte weiterbringt. Dementsprechend gehen wir mit unseren Wissen auch um. Beispiele: Nächste Woche packen wir die Zahlen und Fakten über unseren 24h Laden bei Kollegen in Süddeutschland aus. Im Herbst / Winter sind wieder die mittelfränkischen Kollegen bei uns um unsere aktuellen Umbauten anzusehen.

Wir finden Schlammschlachten ungut. Eine harte Diskussion, die auch schon mal hochkochen kann, und ein nachher vertragen ist meistens der bessere Weg. Ganz ehrlich Frau Vogel: Die Überschrift hätte es nicht gebraucht.

Unsere Grabpflegekosten  sind kein Geheimnis und transparent im Webshop einsehbar.

Zu den Fakten, den Hintergrundprozessen und unserer Ansicht

Seit Mitte April treffen wir uns mit Verantwortlichen der Stadt Schwabach / des Friedhofes und besprechen Änderung.  Gleichzeitig spielen wir laufend Verbesserungen ein und verbessern uns / das Roboterverhalten.

Die Fakten und der Stand Juni 2026:

  • Aktuell ist ein (!) Grab wirklich  ausgeschwemmt (das Bild im Artikel). Das Grab ist frisch, hier liegt feiner Sand und obwohl wir die Düsen schon ein paar mal angepasst haben, schwemmt jeder Tropfen, der die Schale nicht trifft den feinen Sand weg. Da es hier um wenige Wochen geht - bis das Grab neu angelegt wird - ist das unschön (ohne Diskussion) aber gerade bei uns nicht die absolute Priorität. Aus diesem Grund gibt es auf anderen Friedhöfen eine Umrandungspflicht (Holzrahmen, Bodendecker, Stein). Sinnvolle Sache.
  • Es gibt hin und wieder (in Zahlen: aktuell 10 Gräber von knapp 300, die wir mit dem Roboter gießen) Ausschwemmungen durch verstopfte Düsen. Das ist uns beim Saubermachen aufgefallen, die Düsen am Roboter wurden gereinigt, Erde wurde / wird auf unsere Kosten aufgefüllt.
  • Es gibt aktuell leichte Spuren im Gras. Dadurch, dass es hin und wieder geregnet hat, ist der Rasen dieses Jahr in weiten Teilen des Waldfriedhofs sehr schön und die Spuren sind minimal. Richtig ist, dass wenn es jetzt trocken wird und die Tagestemperaturen auf 35°C klettern,  die Spuren deutlicher werden. Aber das hängt mit dem vertrocknetem Rasen zusammen. Keiner will, aus Nachhaltigkeitsgründen, den Rasen im Friedhof großflächig gießen. Der Rasen wird halt im Sommer braun. Die Spuren im braunen Rasen sind nicht schön, aber genauso wie der braune Rasen auch nicht schön ist ...
  • Wir arbeiten massiv und laufend an der Minimierung der Spuren und erarbeiten gerade mit der Friedhofsverwaltung einen Katalog, der die Schäden in akzeptabel und sofortige Verbesserung einteilt. Klar ist, dass wir, wie alle Gewerke am Friedhof unsere Schäden reparieren müssen. Zu unseren Änderung gehört (und das ist aus Zeitmangel noch nicht in allen Abteilungen umgesetzt):
    • Keine Drehung des Roboters auf Rasenflächen
    • Nur maximal eine Anfahrt pro Tankladung alle 2 Tage. D.h. wird ein Weg zu den Gräbern öfters nachts befahren, werden unterschiedliche Routen gewählt. Das bringt auf Teststrecken messbar gute Erfolge.
    • Softwareanpassungen: Aktuell haben wir eine deutlich verzögerte Anfahrt im Test (d.h. der Roboter braucht ungefähr 10s von 0 auf 3,2 km/h)
    • Reduzierte Geschwindigkeit auf Rasenflächen (die meistens Rasenflächen schleicht der Roboter mit gerade mit 1,6km/h ).
  • Zum Wasserverbrauch: Wir dokumentieren im Rahmen der Testbetriebes, sowohl den Wasserverbrauch des Handgießens, als auch den Wasserverbrauch des Roboters. Ergebnis:
    • Roboter mit 3,5 mal pro Woche gießen 43 l / pro Gießzähler.
    • Handgießen mit Gemeinschaftsanlage Sonnenspirale (3 mal die Woche gießen) 59l / Gießzähler.
    • Handgießen ohne Sonnenspirale (3mal die Woche gießen) 45l.
    • Die Wasserzähler sind einsehbar und können von jedem überprüft werden. Also auch wenn wir ein Grab von 300 Gräber nicht sauber treffen ist das Gießen mit dem Roboter effektiver und besser für die Pflanzen (weniger Verdunstung in der Nacht und damit deutlich höhere Effektivität).

Zu den Kommentaren unserer Kollegen

Herr Michael Koch hat Recht, dass ich ihm das Angebot des Gießen der Gräber nicht gemacht habe.  Das war ein Fehler von mir und lag damals daran, dass ich schlicht und einfach keine Email von ihm hatte (und hier auch keine im Netz zu finden war) und erstmal meine Kollegen, die viele Gräber betreuen, informiert hatte. Wenn der Roboter genehmigt wird, werden wir uns aber, wenn er Interesse daran hat, mit ihm und den anderen Kollegen an einen Tisch setzen und über Preise diskutieren.

Wir arbeiten auf mehreren Friedhöfen mit Kollegen zusammen und lassen Gießen und / oder sogar Pflegen. Für uns ist das ein Erfolgsmodell. Genauso wie in Nürnberg die Friedhofsgenossenschaft (die genau für diesen Zweck gegründet wurde) ein Erfolgsmodell für alle beteiligten Gärtner ist ... Solche funktionierenden Kooperationen kennen wir noch viele mehr (Tübingen, Köln etc). Die Angst davor verstehen wir nicht. Es ist echt schade, dass das in Schwabach nicht funktioniert. Unsere Preise in diesen Kooperationen liegen meist über denen der Kollegen, die für uns gießen, aber (davon ich bin überzeugt) dafür ist unsere Gesamtleistung höher. Wir haben auf diesen Friedhöfen steigende Zahlen (wie auf allen anderen Friedhöfen auch).

Aktuell arbeiten 2 ehemalige selbstständige Floristinnen (die vorher direkte Mitbewerber von uns waren) bei uns (als Nebenverdienst zur Rente). 2 weitere sind im Zulauf. Das ist doch viel schöner, wenn man so zusammenarbeiten kann und das Spaß macht.

Wir sehen es so:

Wenn ich weiß, dass ich besser bin, dann brauche ich keine Angst vor dem Kollegen zu haben. Wenn ich weiß, dass er besser ist, muss ich versuchen die selbe Qualität zu erreichen oder mich auf einen Bereich beschränken, in dem ich besser bin.  Wenn ich weiß, dass ich nirgends besser bin, muss ich rechnen und schauen, ob ich mit dem Preis günstiger sein kann.

Auf Schwabach gemünzt: Warum macht unser Kollege nicht Werbung mit "wir gießen Ihr Grab liebevoll mit Menschenhand - nicht mit Roboter" oder "wir gießen individuell und passend - nicht maschinell und standarisiert" und hat damit schon die beste Argumentation, dass er Betrag x mehr verlangen kann?

Wir ziehen unsere Pflanzen chemiefrei ohne Wachstumregulatoren an. Das heißt auch, dass manchmal unsere Pflanzen deutlich gackliger / höher sind oder wir Pflanzen mit minimalen Schädlingsbefall auf die Gräber pflanzen. Warum nicht hier eine Positionierung mit "wir haben kompakte Pflanze - ohne wenn und aber"?

Wir haben hohe fünfstellige monatliche Lohnkosten. Da bei uns niemand im Winter ausgestellt wird, haben wir die Kosten 12 Monate im Jahr. Was für ein Wettbewerbsvorteil für kleine Familienbetriebe, die auch mal etwas günstiger werden können, weil für die Familie das Geld ausreicht ....

Zum Thema Zukunft

In Ansbach hat mal jemand von der Friedhofsverwaltung gesagt: Der Roboter ist unser kleinstes Problem am Friedhof (und der Ansbacher Stadtfriedhof ist noch eine ganze andere Herausforderung für Roboter). Der Rednitzhembacher Bürgermeister sagt, dass es keine Beschwerden und Probleme mit dem Roboter gib (wir gießen seit 2022). Keine Ahnung warum das in Schwabach, auch nach 8 Jahre Diskussion, immer nochmal und nochmal und nochmal diskutiert werden muss. Es ist doch eine einfache Frage: Wollen wir kostengünstiges, zukunftsgerichtetes, nachhaltiges Grabgießen (das auch für zukünftige Generation ein interessantes Geschäftsmodell bleibt und für viele Menschen bezahlbar ist) oder nicht?

Soll die Politik wirklich so stark in die Wirtschaft eingreifen? Was kommt als nächstes? Das Verbot von Selbstbedienungskasse, weil es den Berufsstand der Kassiererinnen gefährdet? Das Verbot unserer 24/7 Ladens, weil wir damit Wettbewerbsvorteile generieren und die kleinen Betriebe sich das nicht leisten können?

Zur unendlichen Geschichte Gießroboter finden Sie hier viele alte Artikel.

Spuren, die wir aktuell als "in Ordnung" bezeichnen (Beispielkatalog ähnlich der Friedhofsverwaltung)


Wegeschäden (nicht von uns) die normal für den Friedhof sind


Wegschäden, die wir nach der Gießsaison neu ansäen

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