Ausgleichs- und Ersatzpflanzen für das eigene Grundstück

Wahrscheinlich ist allen Bauherren in Bayern und sämtlichen Gartenbesitzern die Bayerische Kompensationsverordnung bereits ein Begriff. Wer neu baut, Fläche versiegelt oder einen alten Baum fällt, wird früher oder später einen Brief bekommen in dem Ausgleich- und Ersatzpflanzen gefordert werden. Naturschutz fängt nun mal auf dem eigenen Grundstück an. Mit dieser Verordnung soll in Bayern ein gewisses Ökosystem erhalten werden. Und wir helfen Ihnen bei der Planung, Umsetzung und der Pflege. Hier geht es direkt zu der Pflanzliste!

gepflanzte Allee
gepflanzte Allee

Ziele der Bayerischen Kompensationsverordnung

Bevor wir unsere Empfehlung für Ausgleichs- und Ersatzpflanzen vorstellen, nennen wir noch kurz die Ziele der Bayrischen Kompensationsverordnung.

„Nach dem Bundesnaturschutzgesetz müssen erhebliche Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft vom Verursacher vermieden und unvermeidbare Beeinträchtigungen durch Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen kompensiert werden.“ Siehe www.lfu.bayern.de

Das sind die generellen Ziele der Bayrischen Kompensationsverordnung:

  1. Schaffung eines Lebensraums und einer Vernetzungsstruktur für Vögel, Kleinsäuger und Insekten
  2. Optische Einbindung der Bebauung und Abrundung des Ortsrandes
  3. Integration der Neubebauung in das vorhandene Landschaftsbild
  4. Schutz des Bodens: Reduzierung des Eintrags von Düngemitteln, Regeneration des natürlichen Bodengefüges
  5. Schutz des Wassers: Verminderung des Eintrags von Schadstoffen, Verminderung des Oberflächenabflusses, Verbesserung der Rückhalte- und Speicherfunktion
  6. Schutz des Klimas und der Luft: Schaffung von klimarelevanten Strukturen (CO2-reinigende Bäume)
  7. Schutz des Landschaftsbildes: Schaffung von Landschaftsbildelementen, Einbindung von Bauwerken in die Landschaft

Der Ausgleich findet in unmittelbarer Nähe des Eingriffs auf demselben Flurstück (Baugrundstück) statt. Nur in Ausnahmefällen reichen Geldzahlungen aus. Dennoch ist es möglich mit dem System der Wertepunkte auf eine bereits existierende Ausgleichsfläche zurückzugreifen. Inwiefern es dann der ökologsichen Vielfalt vor Ort weiter bringt ist fraglich.

 

Das System mit den Wertepunkten

Um die Größe und Qualität der Ausgleichs-/Ersatzpflanzung zu deklarieren, werden so genannte Wertepunkte verwendet. Diese sind das Ergebnis einer rein theoretischen Berechnung. Grundlage der Berechnung sind einige Faktoren wie der Flächengröße, Flächennutzung vor Bau, Lage der Fläche etc. Für einen „normal“ Verbraucher sieht diese Wertepunktrechnung etwas umständlich aus. Tatsächlich aber ist es eine sehr gute Methode alle Einflüsse zu berücksichtigen um ein geeignetes neues Biotop zu erstellen. Mit Hilfe der Wertepunkte kann die Menge der Ausgleichs- und Ersatzpflanzen passend geplant werden.

Für weitere Informationen Siehe Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.

Wichtige Punkte zur Planung der Ausgleichs-/Ersatzpflanzen

Wenn Sie auf Ihren Grundstück eine Ausgleichs-/Ersatzpflanzung planen dann gilt es ein paar Punkte zu beachten, damit die Pflanzen als Wertepunkte geltend gemacht werden können.

  • Zu Beginn müssen Sie sich für eine von zwei Varianten entscheiden. Entweder als Ausgleich Bäume setzen oder eine Wildhecke pflanzen. Unter Umständen ist auch eine Kombination möglich, wobei dies erst bei sehr großen Projekten empfehlenswert ist.
  • Egal für welche Variante Sie sich entscheiden, wichtig ist, dass die Gehölze heimisch sind, deshalb darf leider deshalb nicht jede Pflanze ausgesucht werden.
  • Damit es nach der Pflanzung keinen Ärger mit den Nachbarn gibt, gilt IMMER folgende Regel: Pflanzen <2m Höhe müssen 50cm Abstand und Pflanzen >2m müssen 2m Abstand zur Grenze haben.
  • Wenn Sie einen Baum setzen möchten, dann muss dieser immer ein Hochstamm sein. Das heißt die Krone fängt bei 2m an. Somit hat der Baum schon beim Einpflanzen eine Größe von mind. 3m.
  • Auch muss der Mindeststammumfang bei Bäumen 8-10cm betragen. Unsere Empfehlung ist 14-16cm, da unter 14cm Stammumfang die Krone geringfügig ausgebildet und die Gefahr von Windbruch sehr hoch ist.
  • Wenn Obstgehölze gepflanzt werden sollen, müssen die Sorte heimisch bzw regional sein. Dies sind vorwiegend ältere Sorten.
  • Die Ausgleichs- und Ersatzpflanzen werden in drei Größenkategorien unterteilt:
    • Wuchsklasse/Wuchsordnung I – große Bäume über 20m Endhöhe
    • Wuchsklasse/Wuchsordnung II – mittelgroße Bäume unter 20m Endhöhe
    • Wuchsklasse/Wuchsordnung III – Kleinbäume und Großsträucher
  • Nur Bäume der Wuchsordnung I + II dürfen als Ausgleichs-/Ersatzpflanzen einzeln genommen werden.
  • Großsträucher und Kleinbäume der Wuchsordnung III sind nur in Wildhecken zulässig.

Liste der geeigneten Gehölze

Alle hier gelisteten Gehölzen können Sie bei uns bestellen.

Die Obstgehölzen sind als extra Liste weiter unten im Artikel aufgelistet.

Wuchsklasse/Wuchsordnung I – große Bäume über 20m

Botanischer Name Deutscher Name
Laubgehölze
Acer platanoides Spitz-Ahorn
Acer pseudoplatanus Berg-Ahorn
Aesculus hippocastanum Gemeine Rosskastanie
Fagus sylvatica Rot-Buche
Fraxinus excelsior Gemeine Esche
Juglans regia Walnussbaum
Populus nigra Schwarz-Pappel
Liquidambar styraciflua Amberbaum
Quercus petraea Trauben-Eiche
Quercus robur Stil-Eiche
Salix alba Silber-Weide
Sophora japonica Schnurbaum
Tilia cordata Winter-Linde
Tilia platyphyllos Sommer-Linde
Tilia x euchlora Krim-Linde
Ulmus laevis Flatter-Ulme

Nadelgehölze

Abies Tanne
Ginkgo biloba Ginkgo
Larix decidua Europäische Lärche
Pinus nigra Schwarz-Kiefer
Pinus sylvestris Gemeine Kiefer
Pinus walliciana Tränen-Kiefer
Pseudotsuga menziesii Douglasie

Wuchsklasse/Wuchsordnung II – mittelgroße Bäume unter 20m

Laubgehölze
Acer campestre Feld-Ahorn
Aesculus x carnea Rotblühende Rosskastanie
Aesculus flava Pavie/ Gelbe Rosskastanie
Alnus cordata Herzblättrige Erle
Alnus glutinosa Rot-/Schwarzerle
Alnus incana Grau-Erle
Betula pendula Weiß-Birke
Carpinus betulus Hainbuche
Corylus colurna Baum-Hasel
Fraxinus ornus Mannaesche
Prunus avium Vogelkirsche
Pyrus pyraster Holzbirne
Sorbus aria Mehlbeere
Sorbus domestica Speierling
Sorbus torminalis Elsbeere
Ulmus pumila Sibirische Ulme
Zelkova Zelkove
Tsuga canadensis Kanadische Hemlocktanne

Wuchsklasse/Wuchsordnung III – kleine Bäume unter zehn Meter und Großsträucher für die Eingrünung

 

Amelanchier Felsenbirne
Corylus avellana Haselnuss
Crataegus monogyna Eingriffliger Weißdorn
Magnolia Magnolie
Malus sylvestris Holzapfel
Prunus spinosa Ŝchlehe/Schlehdorn
Sambucus nigra Schwarzer Holunder
Sambucus racemosa Traubenholunder
Salix caprea Sal-Weide
Salix viminalis Korb-Weide
Taxus baccata Gemeine Eibe

 

Liste der geeigneten Obstgehölze für den Bezirk Mittelfranken

Apfelbäume

(Obwohl Apfelbäume relativ klein bleiben, werden diese bei Wertepunkte berücksichtig. Wichtig ist, dass der Apfel ein Hochstamm ist)

Sorte Genussreife (Monat) Geschmack Eignung
Berlepsch 11 – 1 saftig, hocharomatisch Tafelobst
Bohnapfel 1 – 6 saftig, sehr fest Most-,Kochsorte
Boikenapfel 2 – 6 saftig, säuerlich Tafelobst
Brettacher 12 – 3 mürbe, erfrischend Tafelobst, Verarbeitung
Danzinger Kantapfel 10 – 1 saftig aromatisch Tafelobst, Verarbeitung
Gelber Edelapfel 10 – 1 weinsäuerlich SPITZENSORTE Verarbeitung
Gewürzluikenapfel 12 – 3 säuerlich-süß würzig Tafelobst, Verarbeitung
Gravensteiner 9 – 11 sehr saftig, sehr aromatisch Tafelobst
Jakob Fischer 9 – 11 sehr saftig, weinsäuerlich Tafel-, Mostapfel, Verarbeitung
Kaiser Wilhelm 11 – 2 mäßig saftig, säuerlich, schwach aromatisch Tafelobst, Verarbeitung
Landsberger Renette 11 – 1 saftig süß säuerlich Tafelobst, Verarbeitung
Schöner von Boskoop 12 – 3 erfrischend, säuerlich, aromatisch Tafelobst, Verarbeitung, BESTE BACKSORTE
Weißer Wintertaffetapfel 12 – 3 saftig, schwach gewürzt Tafel- und Wirtschaftsapfel

Birnen

Kaiser Alexander 10 – 1 saftig, süß, edles Aroma Tafel- und Konservenbirne
Köstliche von Charneu 10 – 11 saftig,süß, schwach säuerlich Tafelbirne
Oberösterreichische Weinbirne 10 – 11 vollsaftig, herbe Säure Mostbirne, Verarbeitung
Schweizer Wasserbirne 10 – 11 sehr saftig, milder Geschmack Mostbirne

Zwetschgen

Fränkische Hauszwetschge 9 – 10 fest, süß, saftig, gut steinlösend alle Verwendungszwecke
Oulins Reneklode 8 saftig, süß, zart, schwache Würze Frischgenuss, Verarbeitung
Wangenheimer Frühzwetschge 8 – 9 sehr saftig, würzig, steinlösend Frischgenuss, Verarbeitung

Kirschen

Büttners Rote Knorpelkirsche Ende 7 süß Frischverzehr, Konserven
Große Schwarz Knorpelkirsche Ende 7 sehr fest, wohlschmeckend Erwerbsanbau
Hedelfinger Riesenkirsche Ende 7 wohlschmeckend,  würzig alle Verwendungszwecke

 

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